Sie befinden sich hier: Sport  > HNA Artikel 06.04.2010   

Motorradteam aus dem Emirat Katar bereitet sich in Schrecksbach auf die WM vor Weltmeisterschmiede in der Schwalm

Schrecksbach. Der Rennsport ist ihr Leben: Die sechs Männer aus dem Emirat Katar, ein Franzose und ein Australier sind das Katar Endurance Racing Team. Das Rennteam war am Wochenende zu Gast in der Schwalm.

Bei Physiotherapeut und Betreuer Helge Merle aus Schreckbach bereiteten sich die jungen Männer auf die Saison vor. Die FIM Endurance World Championship ist die weltweit höchste Langstrecken-Motorrad-Rennserie. Die Ergebnisse der einzelnen Rennen werden kombiniert, um jährlich zwei Weltmeisterschaftstitel, einer für Teams und einer für die Hersteller zu vergeben. Die Meisterschaft wurde 1960 gegründet und umfasst fünf Rennen, zwei 24-Stunden-Rennen und drei, die zwölf Stunden dauern.

Denn für die Fahrer zählt längst nicht nur die körperliche Fitness, auch mentale Stärke ist für die Sportler enorm wichtig: "Die Männer dürfen auch nicht zu groß und nicht zu schwer sein", verdeutlicht Merle. Ausdauer und Kraft, vor allem im Oberkörperbereich, müssen die Fahrer trainieren. "Damit sie der Fliehkraft entgegen wirken können", erläutert der Betreuer.

Der fünftägige Aufenthalt in der Schwalm ist für die Jungs elementar: "Wir bekommen zuhause nicht so eine gute Vorbereitung", sagt Mashel Al Naimi. Hier in Deutschland werde nicht nur die physische Verfassung genau unter die Lupe genommen, sondern auch die psychische: "Die Jungs trainieren ihre Konzentration etwa beim Schießen oder beim Klettern", erzählt Merle.

Alex Cudlin, 23 Jahre, aus Australien erklärt, wie sich die Rennen gestalten: "Das 24-Stunden-Rennen bestreiten drei Fahrer", sagt er. Einer fahre, einer ruhe und einer warte. Die Sportler drehen Runde um Runde. Immer im Kreis. "Wer nicht fährt, isst oder schläft", erklärt Cudlin. Nudeln und Eier und viel, viel Wasser füllen die Reserven der Fahrer wieder auf. Und ein kurzes Schläfchen: etwa 30 Minuten.

Die Saison dauert von April bis November - Stürze inklusive. Mashel Al Naimi, 26, sagt: "Das gehört dazu. Wer gewinnen will, riskiert schnell einen Sturz." Um die 185 PS haben die Rennmaschinen. In der Spitze bringen es die Zweiräder auf 300 Stundenkilometer. In zwei Wochen steigen die Acht wieder auf ihre Maschinen - Rennsport ist ihr Leben. (zsr)